Finanzplan
Der Finanzplan ist für den Gemeindepräsidenten und den Gemeinderat ein zentrales Instrument, um die Zukunft von Hauptwil-Gottshaus verantwortungsvoll zu gestalten. Als Finanzverantwortliche setzen wir Prioritäten, erkennen Risiken und fördern das Verständnis in der Bevölkerung.
Auch wenn Ehrlichkeit manchmal weh tut: Nur mit Transparenz und klaren Zielen können wir tragfähige Lösungen entwickeln. Der Finanzplan hilft uns, unsere Werte zu leben, mit Mut, Augenmass und Verantwortung.
Entwicklung der Gemeindefinanzen
Die folgenden Zahlen basieren auf aktuellen Planungen und dienen als Prognose für die kommenden vier Jahre. Sie zeigen eine voraussichtliche Entwicklung der Gemeindefinanzen unter Berücksichtigung bekannter Einflussfaktoren.
Die Gemeinde rechnet mit einem strukturellen Defizit, das sich schrittweise verschärft. Der Aufwand übersteigt den Ertrag in allen vier Planjahren. Daraus ergibt sich ein prognostisch steigender Steuerfuss:
| Jahr | Steuerfuss (prognostisch) |
| 2026 | 62.80 % |
| 2027 | 65.10 % |
| 2028 | 67.20  % |
| 2029 | 68.90 % |
Wesentliche Einflussfaktoren (prognostisch)
- 2026: Deutlich höhere Ausgaben im Bereich der sozialen Sicherheit
- 2027: Erhöhter kantonaler Finanzausgleich – eine willkommene Entlastung im angespannten Umfeld
- 2028: IPV-Reform – die Kostenbeteiligung der Gemeinde an den Krankenkassenprämien steigt voraussichtlich um bis zu 60.00 %
- 2029: Wegfall der Liegenschaftssteuer (Einbusse ca. 3.50  %)
- Allgemein: Begrenzte finanzielle Spielräume auf kantonaler Ebene – mit Auswirkungen auf die Gemeinden
Sozialkosten als zentraler Treiber
Die Entwicklung der Sozialkosten stellt den bedeutendsten Einflussfaktor dar. Bereits ab 2026 ist mit einem spürbaren Anstieg zu rechnen. Insbesondere bei der individuellen Prämienverbilligung (IPV) und den Unterstützungsleistungen.
Diese Kosten sind weitgehend durch kantonale und bundesrechtliche Vorgaben bestimmt und entziehen sich der direkten Steuerung durch die Gemeinde.
Die Ausgangslage ist anspruchsvoll und verlangt eine sorgfältige Analyse sowie konsequente Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen. Gemeinsam mit den zuständigen Fachbehörden und Sozialdiensten prüft die Gemeinde bestehende Unterstützungsstrukturen und entwickelt diese gezielt weiter mit dem Ziel, die Sozialkosten mittelfristig zu stabilisieren
Ausblick
Wir wollen die Situation nicht dramatisieren, aber wir müssen sie klar benennen. Die kommenden Jahre werden kein Spaziergang. Es braucht gemeinsame Anstrengung, fachliche Sorgfalt und politische Verantwortung, um die finanzielle Entwicklung in ein tragfähiges Gleichgewicht zu bringen.
Die Gemeinde verfolgt die Entwicklung aufmerksam und prüft laufend mögliche Massnahmen zur Stabilisierung. Ziel bleibt ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln. Transparent, vorausschauend und im Dialog mit der Bevölkerung.
