Vorwort Gemeindepräsident

Geschätzte Einwohnerinnen und Einwohner

Seit meiner ersten Gemeindeversammlung als Präsident habe ich darauf hingewiesen, dass sich unsere Finanzlage zunehmend anspruchsvoller gestaltet. Eine Entwicklung, die wir gemeinsam gestalten und bewältigen müssen.

Ein grosser Teil unseres finanziellen Aufwandes entfällt auf fixe Kosten, die stark durch externe Faktoren, wie neue Gesetze und Verordnungen, beeinflusst werden. Dadurch steigen die Ausgaben deutlich schneller als die Einnahmen, denn die Ansprüche und Bedürfnisse unserer Bevölkerung wachsen stetig.

Vergleicht man die Nettoaufwände seit dem Jahr 2020 mit dem Budget 2026 in den Bereichen ohne Spezialfinanzierungen (also ohne gebührenfinanzierte Ausgaben), ergibt sich ein klares Bild:

  • Die Ausgaben im Bereich Gesundheit sind um 26.50 % gestiegen,
  • Im Bereich der sozialen Sicherheit verzeichnen wir einen markanten Anstieg von 70.40 %,
  • Die Ausgaben im Verkehrswesen haben sich um 16.30 % erhöht.
  • Demgegenüber konnten die Verwaltungskosten um 8.40  % gesenkt werden.
  • Die Einnahmenseite hält mit dem Ausgabenwachstum nicht Schritt: Seit 2020 beträgt der Zuwachs lediglich 0.70 %.
  • Mit reinen Kosteneinsparungen lässt sich dieses Ungleichgewicht nicht nachhaltig ausgleichen.

Diese Zahlen sprechen eine klare Sprache – und sie fordern uns zum Handeln auf. Der Gemeinderat nimmt diese Entwicklung nicht nur zur Kenntnis, sondern gestalten sie aktiv mit. Wir setzen auf eine vorausschauende Finanzpolitik, die sowohl die Bedürfnisse unserer Bevölkerung als auch die langfristige Tragfähigkeit berücksichtigt. Dabei ist uns wichtig, dass jede Entscheidung transparent kommuniziert und gemeinsam getragen wird.

Das Budget 2026 ist Ausdruck unserer Verantwortung. Es rechnet mit einem Aufwandüberschuss von CHF 283’500.– und Nettoinvestitionen von CHF 760’000.– bei unverändertem Steuersatz von 55  %.

Klar ist, dass sich mit dem bisherigen Steuerfuss die steigenden Ausgaben und notwendigen Investitionen nicht mehr nachhaltig decken lassen.

Der Gemeinderat schlägt deshalb eine Erhöhung des Steuersatzes um 5 Prozentpunkte von 55  % auf 60 % vor.

Diese Anpassung ist spürbar, und wir sind uns ihrer Tragweite bewusst. Sie ist jedoch notwendig, um die finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinde auch künftig zu sichern und zentrale Leistungen aufrechterhalten zu können.

Gleichzeitig prüfen und optimieren wir laufend unsere Abläufe und Ausgaben. Effizienz, Transparenz und ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln bleiben unsere Leitlinien.

Die Steuererhöhung ist kein einfacher Schritt, aber ein ehrlicher. Sie stellt einen notwendigen Zwischenschritt dar. Allein reicht sie noch nicht für einen vollständigen Haushaltsausgleich, doch sie schafft die Voraussetzung, unsere finanzielle Verantwortung weiterhin wahrzunehmen.

Freundliche Grüsse

Thomas Allenspach
Gemeindepräsident